Schlafparalyse

Ein Erlebnisbericht:

Nach einem Festival-Wochenende ohne viel Schlaf, lag ich Sonntagsabends im Bett. Vor dem Einschlafen ließ ich das Wochenende noch einmal Revue passieren und dachte über verschiedene Dinge nach. Während ich noch meinen Gedanken nachhing, spürte ich plötzlich einen Luftzug im Nacken. Es fühlte sich an, als hätte mir Jemand ins Genick gepustet. Ich wunderte mich noch darüber, da mein Freund mit dem Rücken zu mir lag und es nicht gewesen sein konnte. Dann spürte ich, wie mein Körper auf die Matratze gedrückt wurde. Ich fühlte mich bleischwer. Ich versuchte, meine Finger zu bewegen, doch es gelang mir nicht. Sie lagen wie festgeklebt auf der Matratze. Zur gleichen Zeit bemerkte ich ein Rauschen in den Ohren. Es kam mir sehr laut vor. Unter diesem Rauschen vermeinte ich, Stimmen zu hören. Laute Schreie. Ich hatte den Eindruck einer Frauenstimme. Als würden sich zwei Menschen lautstark streiten. Ich verstand jedoch kein Wort, da diese Stimmen vom Rauschen überdeckt wurden. Mein Körper schien sich langsam im Bett aufzusetzen, obwohl ich weiterhin das Gefühl hatte, auf die Matratze gedrückt zu werden. Ich war verwirrt und bekam Angst. Sitzend sah ich mich im Zimmer um. Ich konnte den Raum und auch einen Teil des Flures sehen, obwohl eigentlich Alles dunkel war. Der Flur schien hell erleuchtet zu sein und sah nicht aus, wie der Flur unserer Wohnung. Voller Angst fragte ich mich, was gerade passiert, ob ich liege oder sitze. Daraufhin schien ich in meinen Körper zurück zu sinken und spürte wieder diese Schwere und Bewegungsunfähigkeit. Nach einem kurzen Moment fühlte ich, wie mein Körper sich wieder aufsetzte. Noch immer sah die Wohnung irgendwie anders aus. Von links kam eine kleine, helle Gestalt auf mich zu. Sie schien hinter mir zu verschwinden. In diesem Moment bekam ich richtige Panik. Ich verstand überhaupt nicht, was hier gerade passierte und wollte nur noch, dass das aufhört. Ich dachte nur noch: „NEIN, NEIN, NEIN,…“ und versuchte mit aller Kraft, dieses Wort zu schreien. Ich versuchte überhaupt, einfach zu schreien. Ich konzentrierte mich nur noch darauf. Daraufhin sank ich wieder zurück in meinen Körper. So fühlte es sich jedenfalls an. Einen Moment später verschwand auch der Druck auf meinen Körper und ich konnte mich wieder bewegen. Nur das Rauschen in den Ohren hielt noch ein paar Minuten lang an.

 

Dieser Bericht beschreibt KEINE paranormale Erfahrung. Was hier geschildert wird, ist eine bewusst erlebte Schlafparalyse in Verbindung mit hypnagogen Halluzinationen.

Die Schlafparalyse, auch Schlafstarre oder Schlaflähmung genannt, ist ein natürliches Phänomen, das eine beinahe völlige Bewegungsunfähigkeit des Körpers im Schlaf bezeichnet. Die Schlaflähmung wird ausgelöst, wenn der REM-Schlaf eintritt (REM = Rapid Eye Movement), die Schlafphase, in der die meisten Träume stattfinden. Dadurch wird verhindert, dass der Körper ausführt, was der Geist träumt (z.B. Tennis zu spielen), damit man sich im Schlaf nicht selbst verletzt. Nicht davon betroffen sind die Augen- und Atemmuskulatur.

 

Normalerweise wird die Schlafparalyse beim Aufwachen beendet, so dass sie im Regelfall nicht bewusst erlebt wird. Auch kann sie durch körperliche Berührung unterbrochen werden.

Unter Umständen kann es jedoch dazu kommen, dass die Schlafstarre bis in die Wachphase andauert. Die Muskeln sind dabei bewegungsunfähig, doch das Bewusstsein liegt nicht mehr auf dem Traumkörper, sondern auf dem gelähmten physischen Körper.

So wird dies dann auch wahr genommen. Man hat das Gefühl, man sei gelähmt, da man seinen Körper fast nicht fühlt. Manche Menschen berichten über Erstickungsgefühle, da sie ihre Atmung nicht spüren.

 

Auch beim Einschlafen kann es passieren, dass man Opfer einer bewusst erlebten Schlafparalyse wird. Vermutlich passiert dies, wenn man beim Einschlafen zu schnell in die Traumphase, den REM-Schlaf, absinkt. Dennoch ist man bei Bewusstsein; man ist wach, obwohl man träumt. Wenn dieser Zustand beim Einschlafen auftritt, nennt man dies Hypnagogie (hypnagoge Halluzination).

Bei einer bewusst erlebten Schlafparalyse kommt es sehr häufig zu Fehlwahrnehmungen. Ohne Zusammenhang mischen sich willkürlich Bilder und vielleicht auch Erinnerungen, mit Trauminhalten und den realen Sinneseindrücken (z.B. das Ticken des Weckers, etc.) durcheinander und können Halluzinationen erzeugen. Man sieht, hört und fühlt etwas, was so nicht da ist. Dazu gehört auch das Gefühl, nicht alleine zu sein.

 

Diese Fehlwahrnehmungen während der Schlafparalyse nennt man hypnagoge (beim Einschlafen) oder hypnopompe (beim Aufwachen) Halluzinationen.

 

Das Phänomen des Erlebens der Schlafparalyse ist nicht neu. Es hat sogar Eingang in die Folklore gefunden, als Alb und Drude oder sogar als Inkubus und Sukkubus. Dies waren im Mittelalter Bezeichnungen für Dämonen, die die Menschen des Nachts heimsuchten und auch für Alpträume verantwortlich waren. Die Wissenschaft ist der Meinung, dass dieses Phänomen auch für die Berichte von Entführungen durch Außerirdische und einige Geistererscheinungen verantwortlich ist, die mit der Zeit – zumindest in den USA und in Deutschland – die Berichte über Alben und Druden ablösten. Dies ist damit zu erklären, dass Außerirdische, ebenso wie Geister, ein Teil der Popkultur geworden sind und die Menschen sich damit beschäftigen. So finden sie auch den Weg in unsere Träume, die auch einen Teil der erlebten Schlafstarre ausmachen, wie oben beschrieben. Dazu kommt noch das Gefühl des Ausgeliefertseins, wenn man aufwacht und gelähmt ist. Für die Meisten ist dies eine Urangst, die wahrscheinlich dazu führt, dass damit zusammenhängende Befürchtungen projiziert werden und das Erlebnis bestimmen.

 

Der Zustand, in dem man eine Schlafparalyse bewusst erlebt, dauert meist nicht sehr lange an. In der Regel beträgt der Zeitraum nicht länger als ca. zwei Minuten.

 

Erlebt man diesen Zustand zum ersten Mal, wird einem in den meisten Fällen nicht bewusst, dass der eigene Geist, bzw. das eigene Gehirn dafür verantwortlich ist. Daher ist man den erlebten Halluzinationen hilflos ausgeliefert. Manche Menschen schlafen während dieses Zustandes einfach wieder ein. Andere, die erkennen, in welchem Zustand sie sich befinden, versuchen diese Halluzinationen soweit es geht zu kontrollieren, z.B. in dem sie sich eine Kinoleinwand auf die Zimmerwand oder –decke wünschen und ihre Eindrücke auf diese Leinwand projizieren, wo sie dann wie ein Film ablaufen. Wieder Andere besitzen die Fähigkeit, aus der erlebten Schlafstarre heraus eine außerkörperliche Erfahrung (AKE) herbeizuführen. Sie haben dann das Gefühl, ihren materiellen Körper zu verlassen und in einem immateriellen Körper durch ihre Umgebung zu wandeln.

Für die Meisten allerdings, ist diese Situation einfach nur unangenehm und beängstigend.

 

Es gibt eine Möglichkeit, diesen Zustand zu beenden. Man muss einen Sinnesnerv reizen, d.h. man bewegt z.B. die Augen, oder wackelt mit den Zehen, etc. Im oben aufgeführten Bericht war es der Versuch zu schreien. Es benötigt einige Konzentration, bzw. Willenskraft, ist aber immer erfolgreich. Dies wusste man sogar schon im Mittelalter. Dort waren bekannte Hilfsmittel gegen den von Alben und Druden ausgelösten Alpdruck, die Daumen einzuziehen, mit der großen Zehe zu wackeln, oder mit der Zunge drei Kreuze an den Gaumen zu zeichnen.

 

Wie schon eingangs erwähnt, handelt es sich nicht um ein paranormales Erlebnis. Im Gegenteil, es scheint sehr viele Menschen zu geben, die eine solche Erfahrung schon gemacht haben.

 

Entgegen der weit verbreiteten Annahme ist die bewusst erlebte Schlafparalyse keine Krankheit, sondern wird z.B. durch Schlafmangel ausgelöst. Sie kann ein Symptom der Narkolepsie sein, jedoch gehören dazu noch weitere Symptome, wie z.B. Schlafattacken. Eine einmalig erlebte Schlafparalyse sollte nicht als Hinweis auf die Schlafkrankheit gesehen werden.

 

Letztendlich sind die bewusst erlebte Schlafparalyse und die damit einhergehenden Halluzinationen im Grunde harmlos, wenn auch sehr unangenehm. Außer einem gehörigen Schrecken trägt man keine Schäden davon.

 

© Angelika Köllner

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GEGEN SPUKTOURISMUS!

 

Immer wieder erscheinen Zeitungsmeldungen über Personen, die beim unbefugten Betreten von Grundstücken oder Gebäuden von der Polizei aufgegriffen worden sind und angeben, durch PU-Videos und –Berichte (Paranormale Untersuchung) dazu animiert worden sind.

Außerdem machen Ghosthunter auch immer wieder die Feststellung, dass Orte, an denen auch gerne PUs durchgeführt werden, mehr und mehr vermüllt oder zerstört werden, sei es durch Vandalismus, Graffitis, etc.

 

Leute, das geht gar nicht!

 

Paranormale Untersuchungen sind keine Aufforderungen, die jeweiligen Plätze einfach so aufzusuchen und dort zu randalieren!
In den Berichten der Ghosthunter wird oft genug betont, dass sich das jeweilige Team um eine Genehmigung bemüht hat, diesen Ort zu untersuchen und sich mit Wissen und Erlaubnis des Eigentümers dort aufhält.

 

Es kann ja durchaus vorkommen, dass auch Ghosthunter unbefugt einen Ort betreten, weil der Eigentümer einfach nicht auszumachen war. Auch das ist nicht gutzuheißen.

Aber kein Ghosthunter-Team, das etwas auf sich hält, würde einen Ort mutwillig beschmieren, beschädigen oder zerstören. Es wird kein Müll zurückgelassen, nicht mal Zigarettenkippen.

Ghosthuntern geht es dabei um ihre PU und um die Phänomene, die sie dabei vielleicht erleben und dokumentieren können.

Sie behandeln den Ort mit Vorsicht und Respekt.

 

Wenn Ihr euch durch PU-Videos und –Berichte inspiriert fühlt und diese Plätze selbst mal besuchen wollt, dann nehmt einfach Kontakt zu dem jeweiligen Ghosthunter-Team auf. Fast jedes Team nimmt gerne auch mal Gäste mit auf PU. Sollte es aus irgendwelchen Gründen als PU-Gast nicht klappen, bekommt Ihr so sicher wenigstens Informationen, wo Ihr euch wegen einer Genehmigung hinwenden könnt.

 

Die Konsequenzen von Spuktourismus sind weitreichender, als Ihr denkt und treffen nicht nur die Randalierer, wenn sie von der Polizei erwischt werden. Je nachdem, wie alt sie sind, werden ihre Eltern benachrichtigt und müssen evtl. ein Bußgeld zahlen. Wenn nicht die Eltern, dann vielleicht sie selbst. Sicher wird’s von Zuhause auch ein schönes Donnerwetter geben.

Desweiteren wird der Eigentümer des Ortes sicher über das unbefugte Betreten informiert werden. DAS hat dann Konsequenzen für die Ghosthunter. Wenn das fragliche Team selbst ohne Genehmigung da war, droht ebenfalls eine Anzeige wegen Hausfriedensbruch bzw. unbefugtem Betreten. Evtl. ebenfalls eine Bußgeldzahlung.

UND – der/die Eigentümer haben vielleicht so die Nase voll von dem Theater, dass sie auch keine Genehmigung mehr zum Betreten des Grundstücks/Gebäudes erteilen, wenn die Nächsten anfragen.

Die Folgen: Es gibt immer weniger Orte, an denen Ghosthunter ihre PUs durchführen können, es wird immer schwerer, Genehmigungen zu erhalten, d.h. weniger Berichte und Videos und weniger Chancen, evtl. doch eindeutige Belege für Spuk, etc. zu finden.

Das Alles zerstört uns die Möglichkeit, unser Hobby, unsere Leidenschaft auszuüben!

Solche PUs an öffentlichen Orten, bzw. ohne Klienten sind nicht nur für unser Vergnügen und den Thrill. Es geht auch darum, Erfahrung zu sammeln, Übung zu bekommen, Fehler zu lösen und das Team zu stärken und zusammenzuschweißen. Außerdem sind es auch oft die Orte selbst und deren Geschichte, die uns daran faszinieren.

 

All das wird durch Spuktouristen kaputt gemacht.

 

Spuktourismus ist ignorant, dumm und egoistisch!

 

WIR BETONEN HIERMIT GANZ DEUTLICH, DASS WIR UNS VON SPUKTOURISMUS DISTANZIEREN UND UNSERE PU-BERICHTE AUF KEINEN FALL ALS AUFFORDERUNG ZUM SPUKTOURISMUS ZU VERSTEHEN SIND!

 

Wenn Ihr Euch für einen Ort näher interessiert, meldet Euch einfach bei uns. Wir helfen gerne.

 

Euer Team Ghost Hunter

Wir twittern auch! Folgt uns unter @T_Ghost_Hunter und bleibt immer auf dem Laufenden!